Kölner Stadtschreiber

Streifzüge im Schatten des Doms

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist etwas sehr Wertvolles, ist sie doch ein Zeichen von Respekt vor der Würde eines jeden Menschen. Allerdings ist sie keine objektive Größe, sondern nichts weiter als eine Frage des Standpunktes.

Hauptbahnhof Köln, gestern Abend kurz vor acht Uhr.

Im Quergang komme ich am Passfoto-Automaten vorbei. Auf dem Stuhl in der Kabine sitzt ein Mädchen auf dem Schoß eines Jungen, beide sind etwa 16 Jahre alt. Er fummelt an ihr herum, sie daddelt auf ihrem Smartphone.

Sie, gespielt genervt: „Jetzt nimm doch mal deine Finger da weg!“

Er: „Ey, was fängt mit ‚T‘ an und hört mit ‚itten‘ auf?“

Sie unterbricht das Daddeln, lässt ihre Augen rollen und antwortet: „Tiefkühlfritten?“

Weil ich den Witz noch nicht kannte, muss ich lachen und passe einen Moment lang nicht auf. Prompt remple ich versehentlich einen Herrn mittleren Alters an.

„Menschenskind!“, raunze ich. „Können Sie nicht aufpassen, wo ich hingehe?“

Er ist aufrichtig bestürzt: „Oh, Verzeihung! Tut mir leid, echt jetzt. War wirklich keine Absicht.“

Aha, denke ich im Weitergehen, so funktioniert das also.

 

Text: -bevi

 

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1 Kommentar

  1. Michael Waßerfuhr

    27. März 2019 at 20:43

    Richtig. So geht das.

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