Auf dem Kölner Stellenmarkt tummeln sich viele Unternehmen auf der Suche nach Menschen, die für sie arbeiten sollen. Welchem davon werde ich mein Vertrauen schenken? Wem werde ich das Einzige geben, das nur ich allein anzubieten habe: meine Arbeit? Du siehst: Ein „Arbeitgeber“ wie ich hat es auch nicht leicht. Aber irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden.

Sehr geehrte GmbH & Co. KG,

vielen Dank für Ihr Stellenangebot vom vorletzten Samstag im „Kölner Stadt-Anzeiger“ und das darin zum Ausdruck gebrachte Interesse an meiner Person.

Bei der Vielzahl der veröffentlichten Inserate haben Sie bestimmt Verständnis dafür, dass meine Antwort etwas länger gedauert hat. Natürlich musste ich zunächst einmal die Offerten aller in Frage kommenden Bewerber sorgfältig prüfen.

Nun freut es mich, Ihnen mitteilen zu können, dass meine Wahl auf Ihr Unternehmen gefallen ist. Von allen gesichteten Vorschlägen weist Ihres das dichteste Übereinstimmungsprofil auf.

Besonders die in Aussicht gestellten freien Erfrischungsgetränke, das Obst und der Kicker im Pausenraum haben meinen Entschluss gefestigt, für Ihr Unternehmen tätig zu werden.

Die Bereitschaft zu gelegentlichen Dienstreisen müssen wir jedoch streichen, dafür bin ich inzwischen zu alt. Alternativ schlage ich vor, mir zu diesem Zweck einen jungen, dynamischen und Strapazen gegenüber aufgeschlossenen Mitarbeiter zur Seite zu stellen. Da Sie davon ausgehen können, hinsichtlich aller anderen Stellenanforderungen keinen Besseren als mich zu finden, dürfte das damit erledigt sein.

Nachdem Sie in Ihrem Stellenangebot meine Gehaltsvorstellungen erfragt haben, erlaube ich mir, die monatliche Vergütung auf 6.000 Euro brutto festzusetzen.

Im Anhang an diese Mail finden Sie alle nötigen Daten für meine Personalunterlagen. Bitte erwarten Sie meinen Dienstantritt am kommenden Montag pünktlich zum Arbeitsbeginn. Zum Kaffee bevorzuge ich Sahne aus ökologischer Erzeugung – bitte keine H-Milch.

In Erwartung guter Zusammenarbeit verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Der Unterzeichnende

P.S.: Vorsorglich weise ich darauf hin, dass ich die dauerhaft anfallenden Fahrtkosten im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit für Ihr Unternehmen nicht selbst tragen werde.

 

Text: -bevi, Foto: Alexandra Runge

Hier kannst du dir den Text vorlesen lassen (2:07):

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