Kölner Stadtschreiber

Streifzüge im Schatten des Doms

Autor: Bernd Vielhaber (Seite 1 von 3)

Feine Kleinkuchen oder Kleine Feinkuchen?

Inzwischen bin ich ja in dem Alter angekommen, in dem dir im Restaurant unaufgefordert die Karte mit den Seniorentellern vorgelegt wird. Da ist man irgendwann von ganz allein nicht mehr so wählerisch. Trotzdem hat man noch seinen Stolz!

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Wem gehört Köln eigentlich? – Der Facebook-Thread

Nachdem ich diese Frage in der Facebook-Gruppe NETZ-Werk Köln zur Diskussion gestellt hatte, bekam ich etliche Antworten, die ich den daran Interessierten nicht vorenthalten möchte.

Der Impuls-Text

Das ist jetzt schon gut und gerne zwanzig Jahre her, aber ich kann diesen Moment einfach nicht vergessen. Mein damals fünfjähriger Sohn und ich schlenderten – nach einer Fahrt mit der „Kleinen Eisenbahn“ im Rheinpark – am Ufer entlang und betrachteten das Kölner Altstadtpanorama. Da fragt er mich auf einmal: „Papa, wem gehört Köln eigentlich?“

„Das weiß ich nicht“, sagte ich.

Bis heute denke ich über die Antwort auf diese Frage nach.

Heute war ich bei einem Freund zu Besuch, dessen Sohn gerade einmal fünf Zähne im Mund hat und dessen Eltern stolz darauf sind, dass er schon krabbeln und die Bücher aus dem Regal herausziehen kann.

Auch das hat mich an damals erinnert.

Jetzt glaube ich, dass auch dieser Junge einmal die Frage stellen wird, wem Köln eigentlich gehört. Und da habe ich an euch gedacht: Könnt ihr uns bei der Antwort auf diese Frage helfen?

Eine Auswahl aus den Antworten

  • Es ist natürlich die einfachste aller Antworten, aber ich denke, Köln gehört irgendwie allen Kölner*innen, weil Köln nicht zuletzt aus allen Kölner*innen besteht und sie die Stadt vielleicht mehr prägen als jedes noch so großartige Bauwerk (den Dom eingeschlossen).
  • Köln ist die Rinnsteinprinzessin und Gelegenheitsbraut, die zwar viele Freier hat, aber niemandem wirklich allein gehört, außer sich selbst.
  • Ein Teil gehört den Käufern von Land und Boden, der andere Teil der Bundesrepublik Deutschland. Aber am Ende gehört es denen, die ihr Herz in Köln gelassen haben, und denen, die glücklich sind, Kölner zu sein oder gewesen zu sein …
  • Der Welt. Und uns Kölnern!
  • Köln gehört den Kölnern … Allen, die in Köln gemeldet sind und da wohnen sowie den Grundbesitzern und Eigentümern im Stadtgebiet … Die bezahlen die Steuern, und somit gehört denen die Stadt …Dat es halt Kölle. Un nu mach üsch kene Kopp mie ….
  • Auch jenen, denen ihr Besitz egal ist und ihn verkommen lassen? Oder nur kaufen, um zu sanieren und dann teuer zu verkaufen? Ich meine, Köln gehört all jenen, die die Stadt lieben.
  • Leider nicht mehr den Kölnern.
  • Es gibt kaum noch Kölner.
  • Kölner oder Kölsche?
  • Ehrliches Interesse: Würdest du mir (einem Immi) bitte einmal den Unterschied erklären?
  • Na klar! Kölscher kann man nur von Geburt an sein, Kölner ist man, wenn man hier wohnt und versucht die Stadt genauso zu lieben. 
  • Ah, genauso wie bei uns in Westfalen! 
  • Würde es meinem Kleinen so erklären: Köln gehört dir, mir, Papa, Oma, Opa und jedem anderen Menschen, der in Köln geboren ist oder hier lebt. Jedem, den es hierher zieht. Denen, die den Boden, die Geschichte und die Mauerwerke schätzen.
  • Sehr schöne Antwort!
  • Ja, das gefällt mir auch als Antwort für ein fünfjähriges Kind. 
  • Ist doch ganz einfach: Jedes Grundstück hat einen Eigentümer, und ganz viele Grundstücke ergeben dann eine Stadt.
  • Fragt mal die Amis. Die sagen euch, macht die Augen zu und dann seht ihr was euch gehört.
  • Mittlerweile habe ich das Gefühl, nur noch Kölnern, die viel Kohle haben, sorry!!!
  • Wenn ich sehe, wie DRECKIG diese große Stadt seit Jahren ist und wie arg diese ehemals wunderschöne Stadt vernachlässigt, verbaut und verschandelt wird und wie sehr die EINWOHNER alles ignorieren ….. dann gehört Köln leider niemandem….. niemand fühlt sich verantwortlich…..
  • Was man liebt, verschmutzt man nicht, oder?
  • Genau!
  • Das sollte man aber nicht so pauschalisieren. Es gibt die und die. Viele kümmern sich um Köln und viele halt leider nicht. Aber um Köln wieder wunderschön zu machen, brauchen wir die Hilfe vom Staat, Bürgermeister etc. pp. Aber die scheren sich einen Dreck um Köln. Ich wünschte, die Menschen würden wieder zueinander finden, von ihren Handys aufschauen und wieder anfangen, mit den Menschen zu reden, sich unterhalten, kennenlernen und gemeinsam die Stadt aufbauen. Aber leider ist das Wunschdenken …
  • Die Stadt sorgt ja auch dafür, dass man nicht mehr miteinander reden kann, wenn ich so an die Parkbänke denke. Ein Kölscher wird seine Stadt nicht vermüllen, bei Kölnern kann das schon vorkommen.
  • In Köln ist Leben, und wem gehört es? Uns, den Einwohnern, gehört es. Nur wie wir es behandeln, das sollte hier die Frage sein, und das sollte man den Pänz mitgeben: „Liebes Kind, Köln gehört uns. Nur, du siehst, wir gehen nicht immer nett mit ihm um. Ändere was, damit du stolz sein kannst, auch wenn deine Pänz dich fragen, wem KÖLN gehört!
  • Den Lobbyisten!!!
  • Den Wucher-Vermietern!!!
  • Allen Menschen dieser Erde! Jeder, der hier durch die Straßen gehen oder fahren kann und Augen zum Sehen und Ohren zum Hören hat, kann sich z.B. den Dom anschauen, den Rhein und vieles mehr und sich darüber freuen, wie schön es ist. Denen, die alles schlecht sehen, sage ich: „Wie innen, so außen! Was ihr seht, entsteht in euch. Es sind eure Gedanken, die machen eure Gefühle und eure Realität.“
  • Tünnes und Schäl!

 

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