Kölner Stadtschreiber

Streifzüge im Schatten des Doms

Autor: Bernd Vielhaber (Seite 1 von 13)

Schwer zu sagen

Bei uns im Haus wohnt seit Neuestem – also gerade mal seit zwei Jahren – eine junge Familie. Frau, Mann, Tochter. Die Kleine ist etwa fünf Jahre alt.

Als ich heute Nachmittag meine Wohnung verlasse, kommt sie, erschöpft vom Spielen, die Treppe herauf.

„Na?“, sage ich.

„Wie: Na?“, antwortet sie, bleibt stehen und sieht mich an.

„Ich bitte um Verzeihung. Wenn ein Sauerländer wie ich ‚Na?‘ sagt, dann meint er damit: ‚Guten Tag. Schön, dich zu sehen. Ich hoffe es geht dir gut?‘. Also: ‚Na?!‘“

Sie schüttelt den Kopf, runzelt die Stirn und sagt: „Da unten liegen ganz viele Äpfel unter dem Baum, wo wir immer spielen. Die stinken, und außerdem sind da ganz viele Wespen.“

Dann geht sie weiter die Treppe hinauf.

Neuerdings – also seit etwa vier, fünf Jahren – geht das bei mir im Kopf alles nicht mehr so schnell. Und deswegen stehe ich noch immer vor meiner Wohnungstür, als eine Etage über mir folgender Dialog zu hören ist:

„Mama? Was ist eigentlich ein Sauerländer?“

„Hm. Schwer zu sagen. Jetzt zieh dir erst mal die Schuhe aus und komm rein.“

 

Text & Foto: -bevi

 

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Unser schönes, sauberes Land

Ist ja klar: Wenn ich gerade zur Straßenbahnhaltestelle komme, fährt mir die Bahn vor der Nase weg. Was machst du da? Pfefferst deine Prütteln auf die nächstbeste Bank, setzt dich daneben und drehst dir erst einmal einen Sargnagel.

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Aus dem Tagebuch eines Taugenichts

Liebes Tagebuch,

was für ein großartiger Tag das doch heute mal wieder war! Er begann mit einem zarten Sonnenaufgang, für den ich mir gern den Schlaf aus den Augen rieb. Die Luft roch nach frischem Grün, der Klang des Lebens schmeichelte meinen Ohren, das Licht floss weich in meine Pupillen. Das Herz schlug ruhig und stark.

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Den Sommer in vollen Zügen genießen

Sommerzeit ist Urlaubszeit, Urlaubszeit ist Reisezeit. Der Kölner Hauptbahnhof ist ein Tor zur Welt.

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Haus Belvedere

KOMMENTAR. Eine Gesellschaft entscheidet von Fall zu Fall, welche ihrer Kulturdenkmäler sie pflegt und welche nicht. Wenn das auf demokratische Weise geschieht, ist das in Ordnung. Denkmalpflege kostet nun mal Geld, und das wird vor allem in Bereichen benötigt, die der Gestaltung der Zukunft gehören: Infrastruktur, Bildung, Gesundheitsversorgung etc. Aber wenn eine Gesellschaft eine Entscheidung getroffen hat und dann nichts gemacht wird, ist das doch irgendwie doof – oder?

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Da habe ich mich wohl vertan!

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich all die Menschen zutiefst bedaure, die zu Hause eine eigene Waschmaschine haben und deswegen niemals in einen Waschsalon gehen? Sie wissen gar nicht, wie viele wundervolle zwischenmenschliche Erlebnisse und lustige Begebenheiten ihnen dadurch entgehen.

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Wem gehört Köln eigentlich?

KOMMENTAR. Artikel 14 Absatz 2 des aktuell geltenden deutschen Grundgesetzes besagt: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Das Bundesverfassungsgericht hat in der Vergangenheit anschaulich gemacht, dass dies nicht für jedwedes Eigentum gilt, sehr wohl aber für solches, das von sozialer Relevanz ist.

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