Kölner Stadtschreiber

Streifzüge im Schatten des Doms

Autor: Bernd Vielhaber (Seite 6 von 14)

Karnevalsdienstag 1988 – Der Neuanfang in Köln

Neulich bin ich in Nippes herumgestrolcht, in dem Veedel, in dem mein Leben hier in Köln begann: der Neuanfang. Weil ich mal sehen wollte, wie es dort heute aussieht, suchte ich die Schauplätze meiner damaligen Missetaten auf. Rein äußerlich hat sich gar nicht so viel verändert. Und wie ich dann vor dem Eckhaus stehe, in dem ich zwei Jahre lang gelebt habe, fällt mir der Tag meines Umzugs wieder ein. Das war am Karnevalsdienstag 1988.

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Once in a Lifetime

„Ein Irrtum, welcher sehr verbreitet
Und manchen Jüngling irreleitet,
Ist der: daß Liebe eine Sache,
Die immer viel Vergnügen mache.“
(Wilhelm Busch, „Der heilige Antonius von Padua“)

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Der Siegfried in der Kölner Altstadt

HINTERGRUND. Siegfried, der Drachentöter. Vielen gilt er als der deutscheste Mythos überhaupt. In der Kölner Altstadt ‑ an der Ecke Salzgasse/Buttermarkt – finden wir eine Skulptur von ihm. Was macht er da eigentlich?

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Kölner Sternsinger 2018

KOMMENTAR. Als ich ein Junge war, haftete der Ehre, ein Sternsinger zu sein, noch ein Hauch von Abenteuer und Freibeutertum an. Heute scheint es sich dabei eher um eine buchbare Dienstleistung im Rahmen der gesellschaftlichen Freiwilligenkultur zu handeln.

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Nur ein Röggelchen

Heutzutage sind ja viele selbst dann in Eile, wenn sie eigentlich alle Zeit der ganzen Welt haben. Du kannst mir glauben, dass ich nicht zu diesen Menschen zähle. Im Mittelpunkt zu stehen ist übrigens auch nicht mein Ding. Aber wenn man mich komplett ignoriert, kann ich das auch nicht so gut haben. 

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Das passiert mir nicht noch einmal!

KOMMENTAR. Noch nie standen uns so viele Informationen über die Ursachen und Folgen unseres umweltzerstörenden Konsumverhaltens zur Verfügung wie heute. Nie zuvor hatten so viele Menschen Zugriff auf diese Informationen wie im gegenwärtigen digitalen Zeitalter. Jeder kann sich über alles informieren, die nötigen Schlüsse daraus ziehen und sich dann entsprechend verhalten. Plastik vermeiden zum Beispiel. Warum machen wir das eigentlich nicht?

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Tatort Ebertplatz: Der Brief an das Opfer im Wortlaut

Seite 1
Kölner Stadtschreiber Tatort Ebertplatz Brief Seite 3

Seite 1

„Meine positiven Gedanken sind dir gebührt.
Ich habe so einen tiefen Schmerz in mir. Du hast das nicht verdient.
Falsche Zeit, falscher Ort.
Ich wünschte du wärst zu Hause geblieben.
Ich wünschte die Täter wären keine gefühlskalten Bastarde gewesen und hätten gewusst wann genug ist.

Du bist wunderschön.
Du hast viele Menschen zurückgelassen.
Du wirst nie wieder hier sein aber du wirst jeden einzelnen wieder treffen und du wirst Liebe erfahren.
Alles passiert mit einem Sinn.
Was der Sinn davon war, würde ich gerne herausfinden.
Selbst wenn das mein ganzes Leben andauert: Ich werde herausfinden warum du sterben solltest.

Ich schicke dir Liebe in den Himmel und denke jeden Tag an dich.

P.S Gott wird dich ab jetzt
in seine Arme schließen und
für immer beschützen.“

Seiten 2-3
Kölner Stadtschreiber Tatort Ebertplatz Brief Seite 2

Seite 2

„Dieser Mord hat uns alle erschrocken.
Du warst mit Sicherheit ein wunderbarer Mensch und hast so viele Menschen zurückgelassen, die jetzt um dich trauern.
An diesem Abend ist so viel schief gelaufen.
Wie kann es sein, dass dir nicht geholfen wurde? Dass die Leute dir nicht frühzeitig beigestanden haben?
Ich bin so erschüttert.
Seit drei Tagen denke ich über dich und was dort passiert ist nach und mich umhüllt eine tiefe Trauer.
Ich denke an den Schmerz, den du gespürt haben musst und an deine letzten Gedanken.
Was hast du gefühlt, gedacht?
Mit welcher Intention hast du das Haus verlassen und wie schrecklich muss es sein nichtsahnend in einen Streit zu geraten und niemals wieder aufzuwachen?
So eine Grausamkeit hat niemand verdient.
Diese Hurensöhne werden vom Karma eingeholt und es wird die richtige Strafe für sie geben.
NIEMAND hat das Recht einem anderen Menschen das Leben zu nehmen.
«Die Würde des Menschen ist unantastbar.»
Waffen sind was für Feiglinge.
Die einzig wahre Stärke zeigt man, in dem man die Fähigkeit besitzt ein Problem mit Worten zu klären.
Ich fasse es nicht.

Kölner Stadtschreiber Tatort Ebertplatz Brief Seite 1

Seite 3

Ich fühle mich so verdammt unwohl in meinem eigenen Viertel.
Ich laufe hier jeden Tag entlang, zu sehen, dass das Leben einfach weitergeht
jeder weiter seiner Wege geht, macht mich echt traurig und wütend.
Hier wurde ein Mensch brutal abgestochen und die Menschen verbringen hier trotzdem noch Zeit und leben ihr Leben weiter als wäre nichts gewesen.
Ich wünschte ich wäre da gewesen und hätte dir beistehen können.
Ich wünschte ich könnte diesen Hurensöhnen ins Gesicht rotzen und ihnen sagen wie ehrenlos sie sind zu 5. Einen einzelnen umzubringen.
Du warst so allein. Wie musst du dich nur gefühlt haben?
Meine Gedanken kreisen ununterbrochen darum und ich schicke dir so viele Gebete in den Himmel.
Ich hoffe dir gehts gut da wo du bist.
Ich hoffe du schaust runter auf die Menschen, die du liebst und beschützt sie.
Du warst viel zu jung, um von uns zu gehen.“

 

 

 

 

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