Kölner Stadtschreiber

Streifzüge im Schatten des Doms

Kategorie: Gastbeitrag (Seite 1 von 3)

Willkommen zurück, Meister Isegrim!

Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben. Und das ist einfach großartig. Wird damit doch ein düsteres Kapitel deutscher Jagdgeschichte langsam, aber sicher umgekehrt. 

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Leider wird landauf, landab der Ausruf „Die Wölfe sind zurück“ vermehrt mit kritischem Unterton begleitet. Dabei waren die Wölfe lange vor uns Menschen da. 50 Millionen Jahre währt ihre Evolutionsgeschichte, unsere lediglich 4,2 Millionen – noch Fragen? Die Wölfe wären auch geblieben, hätte der Mensch sie nicht skrupellos ausgerottet.

Wie können wir uns da anmaßen, über den Wolf zu urteilen?

Das schlechte Image der schlauen und überaus sozialen Tiere hat sich zweifellos auch durch unsere Märchen entwickelt. „Der böse Wolf“ ist ein Inbegriff der Angst. Die Menschen wussten es damals nicht besser. Sahen nur die Bedrohung, nicht den Nutzen der Tiere für das gesamte Ökosystem.

Wie aber hat der Wolf dann die frühen Jagdgesellschaften der Inuit oder Indianer überlebt? Ganz einfach: Diese Menschen lebten mit dem Wolf, lernten sogar seine Jagdtechniken. Im indianischen Horoskop gibt es das Sternzeichen Wolf – einfühlsam, mitfühlend und intuitiv.

Erst mit der Viehwirtschaft zog der Aberglaube ein. Es begann der lange Prozess der Ausrottung des vermeintlich blutrünstigen Mitbewerbers.

Nun kommt er zurück. Ob im Harz, in der Lüneburger Heide oder im Rheinland. Und er hat jedes Recht, wieder hier zu sein. In seinem angestammten Territorium. Mitten unter uns.

Einen langen Weg sind die Wölfe dafür gegangen. 1904 wurde der letzte deutsche Wolf in Hoyerswerda erschossen. Erst 1998 wurde in Sachsen wieder ein Paar mit zwei Welpen in freier Wildbahn gesichtet. Einwanderer aus Polen. Die Rückkehr der Wölfe war damit besiegelt.

Dürfen wir das alles in Frage stellen? Oder müssen wir uns nicht mehr denn je der Verantwortung für die Natur stellen? Wir sollten nicht wieder in die alten, arglistigen Plattitüden verfallen. Die Sorge von Landwirten und Spaziergängern scheint zwar auf den ersten Blick berechtigt. Einige Wölfe kommen dem Menschen sehr nahe. Aber das ist in keinem Fall nicht die Regel. Bei den sogenannten Problemwölfen aus dem Münsteraner Rudel vor einigen Jahren liegt der Verdacht nahe, dass sie angefüttert wurden. So verloren sie jede Scheu vor dem Menschen.

Ein langer Weg zurück

Es wird nicht mehr lange dauern und eines dieser Tiere wird vor den Toren Kölns sesshaft. Der Königsforst wäre ein passendes Terrain. Höchste Zeit, dass wir uns besser informieren. Dafür zur Seite stehen uns die Wolfsberater. Sie sammeln Daten, klären auf, geben Tipps, vermitteln vor Ort.

Wir alle sollten froh sein über diese unglaubliche Erfolgsgeschichte im Tierschutz.

Sollten ehrfürchtig sein, wenn wir ihn eines Tages dort am Waldrand im fahlen Morgenlicht stehen sehen: majestätisch und ruhig, mit sanftem Blick, aufmerksam und neugierig schauend. Um dann im nächsten Augenblick lautlos und mit gespitzten Ohren im Dickicht zu verschwinden.

Willkommen zurück, Meister Isegrim! 

 

Text: Anja Hausmann, Foto: Wikicommons

 

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