Kölner Stadtschreiber

Streifzüge im Schatten des Doms

Kategorie: Hintergrundinfo (Seite 1 von 2)

Tatort Ebertplatz: Der Brief an das Opfer im Wortlaut

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Kölner Stadtschreiber Tatort Ebertplatz Brief Seite 3

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„Meine positiven Gedanken sind dir gebührt.
Ich habe so einen tiefen Schmerz in mir. Du hast das nicht verdient.
Falsche Zeit, falscher Ort.
Ich wünschte du wärst zu Hause geblieben.
Ich wünschte die Täter wären keine gefühlskalten Bastarde gewesen und hätten gewusst wann genug ist.

Du bist wunderschön.
Du hast viele Menschen zurückgelassen.
Du wirst nie wieder hier sein aber du wirst jeden einzelnen wieder treffen und du wirst Liebe erfahren.
Alles passiert mit einem Sinn.
Was der Sinn davon war, würde ich gerne herausfinden.
Selbst wenn das mein ganzes Leben andauert: Ich werde herausfinden warum du sterben solltest.

Ich schicke dir Liebe in den Himmel und denke jeden Tag an dich.

P.S Gott wird dich ab jetzt
in seine Arme schließen und
für immer beschützen.“

Seiten 2-3
Kölner Stadtschreiber Tatort Ebertplatz Brief Seite 2

Seite 2

„Dieser Mord hat uns alle erschrocken.
Du warst mit Sicherheit ein wunderbarer Mensch und hast so viele Menschen zurückgelassen, die jetzt um dich trauern.
An diesem Abend ist so viel schief gelaufen.
Wie kann es sein, dass dir nicht geholfen wurde? Dass die Leute dir nicht frühzeitig beigestanden haben?
Ich bin so erschüttert.
Seit drei Tagen denke ich über dich und was dort passiert ist nach und mich umhüllt eine tiefe Trauer.
Ich denke an den Schmerz, den du gespürt haben musst und an deine letzten Gedanken.
Was hast du gefühlt, gedacht?
Mit welcher Intention hast du das Haus verlassen und wie schrecklich muss es sein nichtsahnend in einen Streit zu geraten und niemals wieder aufzuwachen?
So eine Grausamkeit hat niemand verdient.
Diese Hurensöhne werden vom Karma eingeholt und es wird die richtige Strafe für sie geben.
NIEMAND hat das Recht einem anderen Menschen das Leben zu nehmen.
«Die Würde des Menschen ist unantastbar.»
Waffen sind was für Feiglinge.
Die einzig wahre Stärke zeigt man, in dem man die Fähigkeit besitzt ein Problem mit Worten zu klären.
Ich fasse es nicht.

Kölner Stadtschreiber Tatort Ebertplatz Brief Seite 1

Seite 3

Ich fühle mich so verdammt unwohl in meinem eigenen Viertel.
Ich laufe hier jeden Tag entlang, zu sehen, dass das Leben einfach weitergeht
jeder weiter seiner Wege geht, macht mich echt traurig und wütend.
Hier wurde ein Mensch brutal abgestochen und die Menschen verbringen hier trotzdem noch Zeit und leben ihr Leben weiter als wäre nichts gewesen.
Ich wünschte ich wäre da gewesen und hätte dir beistehen können.
Ich wünschte ich könnte diesen Hurensöhnen ins Gesicht rotzen und ihnen sagen wie ehrenlos sie sind zu 5. Einen einzelnen umzubringen.
Du warst so allein. Wie musst du dich nur gefühlt haben?
Meine Gedanken kreisen ununterbrochen darum und ich schicke dir so viele Gebete in den Himmel.
Ich hoffe dir gehts gut da wo du bist.
Ich hoffe du schaust runter auf die Menschen, die du liebst und beschützt sie.
Du warst viel zu jung, um von uns zu gehen.“

 

 

 

 

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Der Kölner Stadtschreiber Gottfried Hagen – Teil 2

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Der Kölner Stadtschreiber Gottfried Hagen – Teil 3

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Sauerländer Wörter

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Robert Blums Abschiedsbrief an seine Frau

„Mein teures, gutes, liebes Weib, lebe wohl, wohl für die Zeit, die man ewig nennt, die es aber nicht sein wird. Erziehe unsere – jetzt nur Deine Kinder zu edlen Menschen, dann werden sie ihrem Vater nimmer Schande machen. Unser kleines Vermögen verkaufe mit Hilfe unserer Freunde. Gott und gute Menschen werden Euch ja helfen. Alles, was ich empfinde, rinnt in Tränen dahin, daher nochmals: leb wohl, teures Weib! Betrachte unsere Kinder als teures Vermächtnis, mit dem Du wuchern mußt, und ehre so Deinen treuen Gatten. Leb wohl, leb wohl! Tausend, tausend, die letzten Küsse von Deinem Robert. Wien d 9. Nov. 1848 Morgens 5 Uhr, um 6 Uhr habe ich vollendet. Die Ringe habe ich vergessen; ich drücke Dir den letzten Kuß auf den Trauring. Mein Siegelring ist für Hans, die Uhr für Richard, der Diamantknopf für Ida, die Kette für Alfred als Andenken. Alle sonstigen Andenken verteile Du nach Deinem Ermessen. Man kommt! Lebe wohl! Wohl!“

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