Kölner Stadtschreiber

Streifzüge im Schatten des Doms

Kategorie: Sommer (Seite 1 von 3)

Schwer zu sagen

Bei uns im Haus wohnt seit Neuestem – also gerade mal seit zwei Jahren – eine junge Familie. Frau, Mann, Tochter. Die Kleine ist etwa fünf Jahre alt.

Als ich heute Nachmittag meine Wohnung verlasse, kommt sie, erschöpft vom Spielen, die Treppe herauf.

„Na?“, sage ich.

„Wie: Na?“, antwortet sie, bleibt stehen und sieht mich an.

„Ich bitte um Verzeihung. Wenn ein Sauerländer wie ich ‚Na?‘ sagt, dann meint er damit: ‚Guten Tag. Schön, dich zu sehen. Ich hoffe es geht dir gut?‘. Also: ‚Na?!‘“

Sie schüttelt den Kopf, runzelt die Stirn und sagt: „Da unten liegen ganz viele Äpfel unter dem Baum, wo wir immer spielen. Die stinken, und außerdem sind da ganz viele Wespen.“

Dann geht sie weiter die Treppe hinauf.

Neuerdings – also seit etwa vier, fünf Jahren – geht das bei mir im Kopf alles nicht mehr so schnell. Und deswegen stehe ich noch immer vor meiner Wohnungstür, als eine Etage über mir folgender Dialog zu hören ist:

„Mama? Was ist eigentlich ein Sauerländer?“

„Hm. Schwer zu sagen. Jetzt zieh dir erst mal die Schuhe aus und komm rein.“

 

Text & Foto: -bevi

 

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Unser schönes, sauberes Land

Ja nee, ist klar: Der Kölner an sich ist multikulti und super tolerant. Das ist die offizielle Version, ausgegeben von denen, die ein wirtschaftliches Interesse an den internationalen Besuchern der Domstadt haben, und besungen von denen, die ein wirtschaftliches Interesse an der Zweitverwertung der erstgenannten Interessen haben. Im Kölner Alltag schaut das leider nicht selten anders aus. Die folgende Begebenheit ist nur ein Beispiel für viele Erlebnisse in diesem Zusammenhang.

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Den Sommer in vollen Zügen genießen

Sommerzeit ist Urlaubszeit, Urlaubszeit ist Reisezeit. Der Kölner Hauptbahnhof ist ein Tor zur Welt.

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… und nichts als die Wahrheit!

Die Wahrheit ist ein äußerst seltenes und kostbares Gut. Daher sollte man sparsam damit umgehen. Besonders dann, wenn man nett zu seinen Mitmenschen sein möchte. Neulich in der Straßenbahn wurde mir das mal wieder sehr deutlich vor Augen geführt.

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The Power of Love

„Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. Aber darüber vergisst man den anderen Satz, dass vorwärts gelebt werden muss.“
(Søren Kierkegaard)

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Sag ens „Blootwoosch“

Der Kölner an sich mag Zugezogene. Natürlich kommt es schon ein wenig darauf an, wie sie sich benehmen. Das ist schließlich überall auf der Welt so. Aber grundsätzlich ist der kölsche Stammbaum, wie er anschaulich im Lied der Bläck Fööss beschrieben wird, international, zeitlos und multikulturell. Wie kommt es dann, dass die Bezeichnung „Imi“ noch immer von „Imitator“ abgeleitet wird?

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Mein Lieblingswaschprogramm? 25 Grad im Schatten

Samstagmorgen im Waschsalon, wie immer die gleichen Gesichter. Der Chef ist auch da und schaut nach dem Rechten. Er ist zwar nicht der Chef, aber ich nenne ihn so, weil er sozusagen das Gesicht der Waschsalonkette hier in Köln ist.

„Na?“, sage ich. „Schon Urlaub gemacht?“

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