Ein Kommentar von Unkas (Text) Beim Kampf um den Hambacher Forst geht es schon längst nicht mehr nur um Klimapolitik, sondern vor allem auch darum, wie der Staat und die ihn beeinflussenden Konzern-Lobbyisten mit dem sogenannten Souverän, dem Wähler, also den Bürgerinnen und Bürgern, umgehen. 

Der Hambacher Forst ist nicht zu retten. Die ziehen das durch, weil sie es können und weil sie es müssen. Die müssen es durchziehen, damit wir uns keine Schwachheiten einbilden. Damit wir nicht anfangen zu glauben, wir könnten etwas gegen die Macht des Kapitals ausrichten.

Das mit den Fledermäusen ist nur eine Atempause, das Luftholen vor dem großen Sprung.  Sie werden so tun, als siedelten sie diese bedrohte Tierart um, und dann werden sie Nägel mit Köpfen machen.

Kölner Stadtschreiber Hambacher Forst Löwe und Sohn

Aber können wir denn gar nichts ausrichten?

Ich sage: Doch, können wir.

Und hier kommen einige Vorschläge, wie das funktionieren könnte.

  • Kauft keine Tiefkühlprodukte mehr. Habt ihr eine Ahnung, wie viel Strom die Supermärkte verbrauchen, um diese Waren ständig für uns bereitzuhalten? Wenn wir das Zeug nicht mehr kaufen, werden sie diesen Verbrauch herunterfahren. Kocht euch lieber selbst was aus natürlichen Zutaten vom Wochenmarkt.
  • Vermeidet jegliche Verwendung von Aluminium. Die Herstellung dieses Materials ist unverhältnismäßig energieintensiv.
  • Lasst all eure elektrischen Geräte in euren Wohnungen nicht mehr auf Standby laufen, sondern schaltet sie wirklich ab.
  • Schmückt eure Balkone, Wohnzimmerfenster und Vorgärten in der Advents- und Weihnachtszeit von mir aus mit selbst gebastelten Weihnachtssternen oder Tannenzapfenmännchen. Aber verwendet keine Lichterketten mehr, keine blinkenden Rentiere und dergleichen.
  • Verschrottet alle elektrischen Laubbläser! (Die benzinbetriebenen natürlich auch.) Was die Dinger jedes Jahr hier in Köln an Feinstaub in die Luft wirbeln, dafür könntest du eine Million Dieselautos jeden Tag durch die Stadt fahren lassen. Nehmt Harken und Besen und kehrt damit das Laub auf. Gebt es auf den Kompost, damit es neue Erde wird.
  • Und vor allem: Lasst die Finger von euren Smartphones. Durch euer ständiges Gedaddel müssen die täglich neu aufgeladen werden. Überlegt euch mal, wie viele Kraftwerke allein dafür arbeiten. Dafür und für all eure geteilten Beiträge in den sozialen Netzwerken, die auf inzwischen monströsen Servern gespeichert werden, die weltweit unfassbar viel Strom verbrauchen.

Es gibt immer eine Alternative.

Vergesst den Hambacher Forst, dieses lausige Stück Land in einer sowieso schon völlig vermurksten Gegend.

Geht an die wirklichen Wurzeln des Problems: Entzieht den Managern, Aktionären, Lobbyisten und Politikern die Nachfrage nach Strom. Reduziert euren Energiekonsum auf das absolut Wesentliche.

Trefft sie dort, wo es ihnen wirklich wehtut: in ihren Portemonnaies. Entzieht ihnen die Grundlage ihrer Macht: eure Kohle. Das wäre wirklich souverän.

Und es würde langfristig und nachhaltig was bringen. Für die Umwelt, das Klima und für unser aller Selbstwertgefühl.

Fotos: -bevi

Der aktuelle Aufenthaltsort von Unkas (Stand: Oktober 2018) ist niemandem, den ich kenne, bekannt.
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