Eine meiner Lieblingsgeschichten aus dem ÖPNV!

Die Straßenbahn-Linie 12 fuhr mal wieder nicht, diesmal war’s ein Schaden an der Oberleitung im Bereich Barbarossaplatz. An der Pohligstraße, wo ich zusteigen wollte, hatte sich schon eine riesige Menschentraube versammelt und wartete auf den Bus-Ersatzverkehr.

Der kam auch bald. Die Türen öffneten sich, und der Bus neigte sich zur Einstiegsseite. Das machen die schon seit ein paar Jahren so, damit alte Säcke wie ich beim Einsteigen ihre lahmen Knochen nicht so hochheben müssen.

Wir da also alle rein, wie die Ölsardinen – aber gut: Besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Die Türen schließen sich, nichts passiert. Außer dass der Bus merkwürdige Geräusche von sich gibt, als wenn er ächzen würde.

Dann die Durchsage des Fahrers: Tja, der Bus komme nicht mehr hoch mit dem Föttchen, weil wir alle so gut zu Mittag gegessen hätten. Aber kein Problem. Er zähle jetzt bis drei, und dann sollten wir alle gleichzeitig in die Luft springen. In dem Moment werde er schnell den Bus anheben und wir könnten endlich losfahren. Eins, zwei, drei!

Mal wieder typisch: Keiner tat, was er gesagt hatte. Erst guckten sich alle doof an, dann fingen die ersten an zu glucksen, schließlich allgemeine Heiterkeit und Kopfschütteln. Und dann sind wir alle wieder ausgestiegen, damit der Bus das Föttchen hochkriegte.

Alle hatten Spaß – und das hat mir dabei am besten gefallen. Auf einmal hatte es keiner mehr eilig. Alle schnatterten fröhlich miteinander, als wir wieder einstiegen.

Der Fahrer bedankte sich bei allen ganz herzlich und schwor, dass er auf die Idee im Leben nicht gekommen wäre.

Text: -bevi

 

Teilen