Kölner Stadtschreiber

Streifzüge im Schatten des Doms

Kommunikation auf höchstem Niveau

Durch die gezielte Auslassung von Präpositionen und den souveränen Verzicht auf redundante Satzteile lässt sich viel wertvolle Atemluft einsparen. Dass diese Maßnahmen den Informationsgehalt zwischenmenschlicher Kommunikation kaum merklich schmälern, durfte ich neulich in der Straßenbahn beobachten.

Wieder einmal befand ich mich in einem Waggon der Kölner Straßenbahnlinie Linie 12 auf dem Heimweg, und wie gewöhnlich hatte ich Platz in einer Vierersitzgruppe genommen, da dies in der Regel die größte Aussicht auf Unterhaltung verspricht – egal ob aktiv oder passiv. Und wieder einmal wurde ich nicht enttäuscht.

Mir gegenüber nahmen zwei junge Frauen Platz, vertieft in eine angeregte Konversation.

„Hast du?“
„Nee, bin ich nicht zu.“
„Egal, hab heute eh kein. Weißt schon: Seitdem ich Max Level bin!“
„Und gestern?“
„Super die Katastrophe! Da hat voll nix.“
„Aber eigentlich.“
„Nee, wenn ich’s doch!“
„Aber du hast ja wohl!“
„Bist du jetzt völlig?“
„Also, wenn ich das.“
„Bloß nicht, Alter! Wenn du das!“
„Ist ja schon. Glaubst du etwa?“
„Keine Ahnung.“
„Voll krass!“

Gerade eben war die Bahn vom Sachsenring in die Eifelstraße eingebogen. Entsetzt schaute die gegenüber sitzende junge Dame mich an.

„Fährt die nicht Chlodwig?“
„Nee“, sagte ich. „Die fährt Zollstock.“
„Boah, Alter!“
„Steigt ihr Eifelplatz um“, schlug ich vor, „oder Pohligstraße, dann Bus 142.“
„Und der dann Chlodwig?“

Ich nickte nur. Was soll man sich denn auch groß?

Text & Foto: -bevi

 

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2 Kommentare

  1. Ich schwöre, ich feier das!

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