Ein Besuch im Kölner Zoo ist immer eine gute Idee. Selbst wenn man im Augenblick gar nicht dahin möchte.

Sonntagmorgen, etwa halb zehn, Linie 133, Richtung Hauptbahnhof. Der Bus war gut voll, ich hatte mich gegenüber einem Ehepaar mittleren Alters in einer Vierer-Sitzgruppe niedergelassen.

Stopp an der Haltestelle „Rheinauhafen“: Drei oder vier junge Damen standen bereits dort, etwa fünf weitere eilten unterdessen aufgeregt über den Zebrastreifen herbei – alle zogen schlingernde Rollkoffer hinter sich her und waren zusätzlich mit Umhängetaschen bepackt. Die Tür öffnete sich.

Die erste Dame setzte einen Fuß in den Bus, stieg aber nicht ein. „Fahren Sie zum Hauptbahnhof?“, wollte sie wissen.

Unser junger Fahrer nickte freundlich.

„Ähm, verkaufen Sie auch SchönerTag-Gruppentickets?“, lautete die nächste Frage.

Au weia, dachte ich, das kann jetzt länger dauern! Und während der Angesprochene noch nach einer passenden Antwort auf diese KVB-inkompatible Frage suchte, rief die mir gegenübersitzende Frau geistesgegenwärtig: „Jetzt kommt erst mal alle rein! Wir müssen in den Zoo!“

Der Dringlichkeit dieser Aufforderung, gegen die selbst ein Rettungswageneinsatz lächerlich gewirkt hätte, konnte sich die ortsfremde Reisegruppe nicht entziehen. Denn auch wenn die Buslinie 133 ganz sicher nicht zum Zoo fährt, war nun doch vollkommen deutlich geworden, dass es schnell gehen musste!

Wie von der Tarantel gestochen drängelten die jungen Damen in den Bus, verteilten sich einigermaßen zerzaust wirkend auf die noch freien Plätze, und unsere sonntägliche Fahrt konnte unter lautstarkem Geschnatter weitergehen.

Zwar bin ich dann schon am Heumarkt ausgestiegen und kann es daher nicht wissen, aber ich verwette das Erbe meiner Kinder darauf, dass sie weder ein SchönerTag-Ticket noch sonst irgendeine Fahrkarte gekauft haben.

Allerdings kann ich mit Sicherheit berichten, dass es allen anderen Fahrgästen – einschließlich des Fahrers – nur mit Mühe gelang, ein schallendes Gelächter zu unterdrücken.

Text & Foto: -bevi

 

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